Neuigkeiten
Heizungsgesetz – Was Hausbesitzer 2026 wissen müssen

Arian Elezkurtaj
Stand:
02.03.2026
Das sogenannte Heizungsgesetz steht gerade im Mittelpunkt vieler Diskussionen in Deutschland. In den Medien wird häufig über Pflichtvorgaben, Förderungen und neue Regeln berichtet. Für viele Hausbesitzer bleibt aber unklar: Was gilt jetzt wirklich, welche Pflichten habe ich und wie beeinflusst das meine Heizkosten?
Hier erfahren Sie was das Heizungsgesetz ist, wie es sich verändert hat und was das konkret für Sie bedeutet.
Zusammenfassung
Das Heizungsgesetz ist eigentlich das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das Vorgaben zur Heiztechnik macht, unter anderem zur Nutzung erneuerbarer Energien.
Ursprünglich sollte ab 2024 jede neue Heizung zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Diese Pflicht ist nun faktisch aufgehoben. Bürger dürfen weiterhin Gas- oder Ölheizungen installieren.
Stattdessen soll eine Grüngas-/Grünölquote eingeführt werden, die den Anteil klimafreundlicher Brennstoffe im Netz stufenweise erhöht.
Für Hausbesitzer gelten weiterhin Förderprogramme für Wärmepumpen & Co.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet „Heizungsgesetz“ überhaupt?
Der Begriff Heizungsgesetz ist kein eigener Gesetzestext, sondern eine umgangssprachliche Bezeichnung für das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dieses Gesetz regelt, wie Gebäude beheizt werden sollen, damit weniger CO₂ ausgestoßen wird und erneuerbare Energien stärker genutzt werden.
Seit dem 1. Januar 2024 gilt eine Regelung, nach der neue Heizungen in Neubauten mindestens zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Dieser Anteil wird erreicht durch Systeme wie Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse oder Kombinationen (z. B. Hybridheizungen).
Das bedeutet: Je mehr Strom oder erneuerbare Brennstoffe eine Heizung nutzt, desto geringer sind ihre CO₂-Emissionen.
Was hat sich 2025/2026 geändert?
Die Bundesregierung (CDU/CSU & SPD) hat eine Reform beschlossen, die das GEG verändert und Teile der ursprünglichen 65-%-Regel wieder abschafft. Ziel ist, den Hauseigentümern mehr Wahlfreiheit zu geben und Planungssicherheit zu schaffen.
Wegfall der 65-%-Pflicht
Die verpflichtende Vorgabe, dass neue Heizungen zu 65 % erneuerbare Energie nutzen müssen, entfällt. Es ist künftig wieder möglich, Gas- und Ölheizungen einzubauen, ohne diese Mindestquote erfüllen zu müssen.
Neue Rahmenregelung – „Biotreppe“
Statt einer festen Pflicht wird eine so genannte Grüngas-/Grünöl-Quote eingeführt. Ab 2029 muss dem Gas oder Öl ein wachsender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe (z. B. Biomethan, synthetische Kraftstoffe) beigemischt werden.
Technologieoffenheit
Die Reform nimmt den Zwang raus, aber setzt weiter auf Technologien wie Wärmepumpen, Hybridheizungen oder Fernwärme – also Systeme mit geringeren CO₂-Emissionen.
Diese Reform wird oft auch als Gebäudemodernisierungsgesetz bezeichnet, weil es die bisherigen Regelungen des GEG anpasst.
Muss ich meine alte Heizung austauschen?
Nein. Bestehende funktionierende Gas- und Ölheizungen dürfen weiterhin betrieben werden, es besteht keine sofortige Pflicht zum Austausch, nur weil das Gesetz geändert wurde.
Wann ist ein Austausch relevant?
Ihre Heizung ist defekt oder erreicht das Ende ihrer Lebensdauer.
Sie möchten freiwillig auf ein klimafreundlicheres System umsteigen.
Sie wollen Fördermittel nutzen (z. B. für Wärmepumpe).
Für alte Heizungen gibt es Übergangsfristen und Ausnahmen. Ein Austausch wird vor allem dann relevant, wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohnt.
Förderungen – Was bekomme ich staatlich unterstützt?
Auch unter der neuen Rechtslage bleiben Förderungen bestehen. Der Staat will weiterhin den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen attraktiv machen, vor allem für:
Wärmepumpen.
Solarthermie-Kombinationen.
Hybridheizungen.
Je nach System gibt es Zuschüsse von 30 % bis 70 % der Investitionskosten, oft kombiniert mit zinsgünstigen Krediten. Wichtig dabei ist, dass die Förderung vor Baubeginn beantragt werden muss, sonst verfällt der Anspruch.
Was bedeutet das für meine Heizkosten?
Auch wenn fossile Heizungen wieder erlaubt sind, bleiben sie langfristig teurer als klimafreundliche Systeme.
Der CO₂-Preis steigt und fossile Brennstoffe verteuert,
Erneuerbare Systeme meist niedrigere Betriebskosten haben,
Selbst erzeugter Strom (z. B. mit einer PV-Anlage) günstiger nutzbar wird.
Hausbesitzer sollten daher nicht nur die Anschaffungskosten betrachten, sondern die Gesamtkosten über 15 – 25 Jahre kalkulieren.
Kritik an der Reform
Die Reform des Heizungsgesetzes wird unterschiedlich bewertet. Umweltverbände und Kritiker befürchten, dass die Klimaziele im Wärmesektor gefährdet sein könnten, da fossile Heizungen weiterhin erlaubt sind und die Vorgaben zum Klimaschutz abgeschwächt wurden.
Befürworter hingegen sehen in der Reform vor allem mehr Planungssicherheit für Hausbesitzer sowie größere Technologieoffenheit, da künftig verschiedene Heizsysteme ohne starre Vorgaben möglich bleiben.
Was Sie jetzt wissen sollten
Die alte Verpflichtung für erneuerbare Heizsysteme wurde abgeschwächt.
Fossile Heizungen sind weiterhin zulässig, aber langfristig durch CO₂-Kosten teurer.
Fördermittel für klimafreundliche Systeme bleiben erhalten.
Der Trend geht klar zu mehr Effizienz, erneuerbaren Lösungen und Eigenverantwortung.
Für Hausbesitzer gilt: Nicht nur gesetzliche Vorgaben entscheiden über die beste Heizung, sondern vor allem Wirtschaftlichkeit, Lebensdauer, Energiepreise und persönliche Ziele. Rechtzeitig planen und Fördermittel sichern lohnt sich
Häufig gestellte Fragen
Das könnte Sie auch interessieren
Ratgeber Wärmepumpe











