Wärmepumpen-Handbuch
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Mit der Wärmepumpe kühlen: Funktion, Kosten & Kühlrechner 2026
Mit der Wärmepumpe kühlen: Funktion, Kosten & Kühlrechner 2026

Arian Elezkurtaj
Stand:
Viele moderne Wärmepumpen können nicht nur im Winter effizient heizen, sondern auch im Sommer für angenehme Temperaturen im Haus sorgen. Dennoch wissen viele Hausbesitzer gar nicht, dass ihre Wärmepumpe bereits über eine Kühlfunktion verfügt oder mit geringem Aufwand dafür genutzt werden kann.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie das Kühlen mit einer Wärmepumpe funktioniert, welche Unterschiede zwischen aktiver und passiver Kühlung bestehen und welche Kosten im Sommer entstehen. Außerdem zeigen wir, welche Wärmepumpen sich zum Kühlen eignen, ob eine Fußbodenheizung notwendig ist und wann eine Klimaanlage dennoch die bessere Wahl sein kann.
Mit unserem kostenlosen Kühlkosten-Rechner können Sie zudem berechnen, wie hoch der Stromverbrauch und die Kühlkosten Ihrer Wärmepumpe ausfallen und ob sich das Kühlen mit einer Wärmepumpe für Ihr Zuhause lohnt.
Zusammenfassung
Fast alle Wärmepumpen können auch kühlen.
Die passive Kühlung ist besonders stromsparend.
Die aktive Kühlung erzielt dafür höhere Kühlleistungen.
Fußbodenheizungen eignen sich ideal zum Kühlen.
Mit unserem Rechner können Sie direkt Ihre Kühlkosten berechnen.
Kann eine Wärmepumpe im Sommer kühlen?
Ja. Viele moderne Luft- und Sole-Wärmepumpen verfügen über eine Kühlfunktion. Dabei unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Kühlung. Während aktive Kühlung ähnlich wie eine Klimaanlage arbeitet, nutzt passive Kühlung die niedrige Temperatur des Erdreichs und benötigt besonders wenig Strom.
Wie funktioniert das Kühlen mit einer Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe arbeitet nach demselben physikalischen Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Im Winter entzieht sie der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und gibt diese an das Heizsystem im Haus ab. Im Sommer kann dieser Prozess umgekehrt werden: Die Wärmepumpe entzieht dem Gebäude Wärme und gibt sie an die Umgebung ab. Dadurch sinkt die Raumtemperatur angenehm, ohne dass eine separate Klimaanlage erforderlich ist.
Je nach Wärmepumpentyp erfolgt die Kühlung entweder aktiv über den Verdichter oder passiv, indem die natürliche Kühle des Erdreichs genutzt wird. Welche Variante möglich ist, hängt von der Art der Wärmepumpe und der installierten Heizflächen ab.
Die abgeführte Wärme wird anschließend über die Außeneinheit, Erdsonden oder das Grundwasser an die Umgebung abgegeben. Besonders effizient funktioniert dies in Kombination mit einer Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung, da diese große Flächen zur gleichmäßigen Kühlung nutzen.
Aktive oder passive Kühlung – wo liegt der Unterschied?
Je nach Wärmepumpentyp kommen zwei unterschiedliche Kühlverfahren zum Einsatz. Während die aktive Kühlung ähnlich wie eine Klimaanlage arbeitet, nutzt die passive Kühlung die natürliche Kälte des Erdreichs oder Grundwassers. Welche Variante infrage kommt, hängt von der installierten Wärmepumpe und dem Heizsystem ab.
Merkmal | Aktive Kühlung | Passive Kühlung |
|---|---|---|
Funktionsweise | Verdichter läuft, Kältekreislauf wird umgekehrt | Nutzung der natürlichen Erdkälte |
Geeignet für | Luft-, Sole- und Wasser-Wärmepumpen (modellabhängig) | Nur Sole- und Wasser-Wärmepumpen |
Kühlleistung | Hoch | Mittel |
Stromverbrauch | Höher | Sehr gering |
Betriebskosten | Niedrig | Sehr niedrig |
Temperaturabsenkung | Bis zu ca. 4–6 °C | Meist 2–4 °C |
Anschaffungskosten | Häufig serienmäßig integriert | Zusätzliche Komponenten erforderlich |
Empfehlung | Bei hohem Kühlbedarf | Für maximale Effizienz und niedrige Kosten |
Aktive Kühlung
Die aktive Kühlung kommt vor allem bei modernen Luft-Wasser-Wärmepumpen sowie vielen Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz. Dabei arbeitet die Wärmepumpe ähnlich wie eine Klimaanlage: Der Kältekreislauf wird umgekehrt und der Verdichter (Kompressor) entzieht dem Gebäude aktiv Wärme, die anschließend über die Außeneinheit oder das Erdreich an die Umgebung abgegeben wird.
Da der Kompressor während des Kühlbetriebs läuft, ist der Stromverbrauch höher als bei der passiven Kühlung. Im Gegenzug erreicht die aktive Kühlung jedoch eine deutlich höhere Kühlleistung und kann die Raumtemperatur – abhängig von Gebäude, Wärmepumpe und Heizsystem – um etwa 4 bis 6 °C senken.
Besonders effektiv arbeitet die aktive Kühlung in Verbindung mit einer Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung, da diese die Kälte gleichmäßig im gesamten Gebäude verteilen. Dadurch entsteht ein angenehmes Raumklima ohne die typischen Zugerscheinungen einer klassischen Klimaanlage.
Vorteile der aktiven Kühlung:
Hohe Kühlleistung
Mit vielen Luft-Wasser-Wärmepumpen möglich
Gleichmäßige Temperierung aller Räume
Keine separate Klimaanlage erforderlich
Passive Kühlung
Die passive Kühlung nutzt die natürliche Kälte des Erdreichs oder des Grundwassers und zählt zu den effizientesten Möglichkeiten, ein Gebäude im Sommer zu temperieren. Im Gegensatz zur aktiven Kühlung bleibt der Verdichter ausgeschaltet. Stattdessen transportiert die Sole oder das Grundwasser die Wärme aus dem Gebäude in den kühleren Untergrund.
Da lediglich die Umwälzpumpen betrieben werden, ist der Stromverbrauch äußerst gering. Die Kühlkosten liegen häufig nur bei wenigen Euro pro Monat. Die erreichbare Temperaturabsenkung fällt zwar etwas geringer aus als bei der aktiven Kühlung, sorgt jedoch meist für ein spürbar angenehmeres Raumklima.
Passive Kühlung ist ausschließlich mit Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen möglich. Voraussetzung sind Erdsonden oder Grundwasserbrunnen, die ganzjährig konstante Temperaturen von etwa 8 bis 12 °C bereitstellen.
Vorteile der passiven Kühlung:
Sehr geringer Stromverbrauch
Niedrige Betriebskosten
Besonders hohe Effizienz
Kaum Verschleiß, da der Verdichter nicht läuft

Welche Wärmepumpen können kühlen?
Nicht jede Wärmepumpe verfügt automatisch über eine Kühlfunktion. Ob ein Gebäude im Sommer gekühlt werden kann, hängt sowohl vom Wärmepumpentyp als auch von der Ausstattung des jeweiligen Modells ab. Viele moderne Geräte unterstützen den Kühlbetrieb bereits ab Werk oder können gegen Aufpreis mit einer entsprechenden Funktion ausgestattet werden.
Grundsätzlich gilt: Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen in der Regel die aktive Kühlung, während Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sowohl aktiv als auch besonders effizient passiv kühlen können. Entscheidend ist zudem, dass das Heizsystem für den Kühlbetrieb geeignet ist – idealerweise über eine Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung.
Wärmepumpentyp | Kühlfunktion möglich? | Kühlart |
|---|---|---|
Luft-Wasser-Wärmepumpe | Ja, bei vielen Modellen | Aktive Kühlung |
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | Ja | Aktive und passive Kühlung |
Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Ja | Aktive und passive Kühlung |
Luft-Luft-Wärmepumpe | Ja | Aktive Kühlung |
Abluftwärmepumpe | Teilweise | Modellabhängig |
Besonders Erdwärmepumpen bieten die besten Voraussetzungen für eine effiziente Sommer-Kühlung. Durch die ganzjährig niedrigen Temperaturen im Erdreich oder Grundwasser kann die natürliche Kälte nahezu ohne Einsatz des Verdichters genutzt werden. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen dagegen meist eine höhere Kühlleistung, benötigen dafür jedoch mehr Strom.
Vor dem Kauf oder der Nachrüstung einer Wärmepumpe sollte deshalb geprüft werden, ob das gewünschte Modell eine Kühlfunktion unterstützt und welche Art der Kühlung möglich ist. Auch die Heizflächen im Gebäude spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Bekannte Hersteller von Wärmepumpen mit Kühlung:
Funktioniert das Kühlen mit Heizkörpern?
Ob eine Wärmepumpe ein Gebäude effektiv kühlen kann, hängt nicht nur vom Wärmepumpentyp, sondern auch vom installierten Heizsystem ab. Während Flächenheizungen wie Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen hervorragend für den Kühlbetrieb geeignet sind, stoßen klassische Heizkörper schnell an ihre Grenzen. Der Grund liegt in der deutlich kleineren Wärmeübertragungsfläche.
Kühlen mit Heizkörpern
Normale Heizkörper sind für hohe Vorlauftemperaturen beim Heizen ausgelegt und eignen sich daher nur eingeschränkt zum Kühlen. Da ihre Oberfläche vergleichsweise klein ist, können sie nur wenig Wärme aus dem Raum aufnehmen. Zudem besteht bei zu niedrigen Vorlauftemperaturen die Gefahr von Kondenswasser, wenn sich Feuchtigkeit aus der Raumluft auf dem Heizkörper niederschlägt.
Ein leichter Kühleffekt ist zwar bei speziellen Gebläsekonvektoren oder dafür ausgelegten Niedertemperatur-Heizkörpern möglich, klassische Radiatoren bieten jedoch in der Praxis kaum spürbaren Komfortgewinn.
Kühlen mit Fußbodenheizung
Die Fußbodenheizung ist die mit Abstand häufigste und zugleich beste Lösung für den Kühlbetrieb einer Wärmepumpe. Durch ihre große Fläche kann sie dem Raum gleichmäßig Wärme entziehen, ohne unangenehme Zugluft zu erzeugen.
Die Oberflächentemperatur des Bodens sinkt dabei nur leicht ab, wodurch ein angenehmes und natürliches Raumklima entsteht. Moderne Regelungen überwachen zusätzlich den Taupunkt und verhindern automatisch die Bildung von Kondenswasser.
Kühlen mit Wandheizung
Auch Wandheizungen eignen sich sehr gut zum Kühlen. Da große Wandflächen zur Verfügung stehen, erfolgt die Kühlung gleichmäßig und effizient. Viele Experten sehen die Wandheizung sogar als etwas leistungsfähiger an als die Fußbodenheizung, da kalte Luft an der Wand langsam nach unten sinkt und sich besser im Raum verteilt.
Deckenkühlung
Die höchste Kühlleistung bieten häufig Deckenheizungen beziehungsweise Deckenkühlungen. Da kalte Luft nach unten sinkt, kann die Wärme besonders effektiv aus dem Raum abgeführt werden. Dieses System wird vor allem in modernen Neubauten sowie Bürogebäuden eingesetzt und sorgt für eine sehr gleichmäßige Temperierung ohne Zugerscheinungen.
Welche Heizsysteme eignen sich am besten?
Heizsystem | Zum Kühlen geeignet? | Kühlleistung | Empfehlung |
|---|---|---|---|
Deckenkühlung | ✅ Ja | ⭐⭐⭐⭐⭐ | Ideal |
Wandheizung | ✅ Ja | ⭐⭐⭐⭐⭐ | Sehr gut |
Fußbodenheizung | ✅ Ja | ⭐⭐⭐⭐☆ | Sehr gut |
Gebläsekonvektoren (Fan Coils) | ✅ Ja | ⭐⭐⭐⭐☆ | Gut |
Niedertemperatur-Heizkörper | ⚠️ Eingeschränkt | ⭐⭐☆☆☆ | Bedingt geeignet |
Klassische Heizkörper | ❌ Kaum | ⭐☆☆☆☆ | Nicht empfehlenswert |
Wie kalt wird das Haus mit einer Wärmepumpe?
Viele Hausbesitzer erwarten, dass eine Wärmepumpe das Haus im Sommer ähnlich stark kühlt wie eine Klimaanlage. Das ist jedoch nicht der Fall. Ziel der Kühlfunktion ist es nicht, Wohnräume auf 18 °C herunterzukühlen, sondern an heißen Tagen für ein angenehmes und gleichmäßiges Raumklima zu sorgen.
Je nach Wärmepumpe, Heizsystem, Gebäude und Außentemperatur lässt sich die Raumtemperatur in der Regel um 2 bis 6 °C gegenüber einem Haus ohne Kühlung senken. Das klingt zunächst wenig, macht im Alltag jedoch einen deutlichen Unterschied. So können statt 29 °C angenehme 23 bis 26 °C erreicht werden.
Wie stark die Kühlung ausfällt, hängt unter anderem von der Dämmung des Gebäudes, der Sonneneinstrahlung, der Größe der Fensterflächen sowie der Art der Wärmeverteilung ab.
Außentemperatur | Typische Raumtemperatur mit Wärmepumpenkühlung* |
|---|---|
25 °C | 20–23 °C |
30 °C | 24–26 °C |
35 °C | 27–30 °C |
38 °C | 29–32 °C |
*Die Werte dienen als Orientierung. Die tatsächlich erreichbare Raumtemperatur hängt von Gebäude, Wärmepumpe, Heizsystem und der Kühlart (aktiv oder passiv) ab.
Was kostet das Kühlen mit einer Wärmepumpe?
Die Kühlkosten einer Wärmepumpe hängen von der Kühlart, der Betriebsdauer und dem Strompreis ab. Während die passive Kühlung nur 5 bis 30 € pro Sommer kostet, verursacht die aktive Kühlung aufgrund des laufenden Verdichters höhere Stromkosten von rund 45 bis 120 €. Im Vergleich zu einer klassischen Klimaanlage arbeitet eine Wärmepumpe jedoch in vielen Fällen deutlich effizienter.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch lässt sich näherungsweise mit folgender Formel berechnen:
Stromverbrauch (kWh) = Kühlleistung (kW) / EER × Betriebsstunden
Die Stromkosten ergeben sich anschließend aus:
Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis
Mit unserem Kühlkosten-Rechner können Sie diese Werte individuell für Ihr Gebäude berechnen.
Beispielrechnung
Ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche wird an heißen Sommertagen über eine Fußbodenheizung aktiv gekühlt.
Annahmen:
Wohnfläche: 150 m²
Kühlleistung: 2,5 kW
EER (Energy Efficiency Ratio): 4
Betriebsdauer: 8 Stunden pro Tag
Kühlperiode: 60 Tage
Strompreis: 0,30 €/kWh
Berechnung:
Kühleffizienz:
2,5 kW / 4 = 0,625
Stromverbrauch:
0,625 × 8 Stunden × 60 Tage = 300 kWh
Stromkosten:
300 kWh × 0,30 €/kWh = 90 €
Bei einer passiven Kühlung würde der Verdichter nicht laufen. Hier verbrauchen lediglich die Umwälzpumpen Strom, sodass die Kühlkosten häufig nur zwischen 5 und 30 € pro Sommer liegen.
Typische Kühlkosten im Vergleich
System | Kosten/Sommer |
Wärmepumpe aktiv | ca. 45–120 € |
Wärmepumpe passiv | ca. 5–30 € |
Split-Klimaanlage | ca. 75–210 € |
*Beispielwerte für ein Einfamilienhaus. Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebäudegröße, Nutzungsdauer, Strompreis und Außentemperaturen ab.
Kühlkosten-Rechner
Lohnt sich eine Klimaanlage trotzdem?
Ob eine Klimaanlage sinnvoll ist, hängt vor allem vom gewünschten Kühlkomfort und der vorhandenen Heiztechnik ab. Für viele Einfamilienhäuser reicht die Kühlfunktion einer Wärmepumpe völlig aus, um die Raumtemperatur an heißen Sommertagen angenehm zu halten. Wer jedoch auch bei Außentemperaturen von über 35 °C dauerhaft 21 oder 22 °C im Haus erreichen möchte, stößt mit einer Wärmepumpe an physikalische Grenzen.
Eine klassische Split-Klimaanlage erzielt deutlich niedrigere Raumtemperaturen und reagiert schneller auf Temperaturänderungen. Dafür verursacht sie zusätzliche Anschaffungs-, Wartungs- und Stromkosten. Die Kühlung über eine Wärmepumpe arbeitet dagegen leiser, gleichmäßiger und nutzt die bereits vorhandene Heizungsinstallation.
Wärmepumpe | Klimaanlage | |
|---|---|---|
Kühlleistung | ⭐⭐⭐⭐☆ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Stromverbrauch | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐☆☆ |
Anschaffungskosten | Keine Zusatzkosten (bei vorhandener Kühlfunktion) | Hoch |
Betriebskosten | Niedrig | Mittel |
Kühlkomfort | Gleichmäßige Temperierung | Schnelle und starke Kühlung |
Geräuschentwicklung | Sehr gering | Innen- und Außengerät hörbar |
Geeignet für | Ganzes Haus | Einzelne Räume |
Verfügt Ihre Wärmepumpe bereits über eine Kühlfunktion und ist eine Flächenheizung vorhanden, ist eine zusätzliche Klimaanlage in vielen Fällen nicht notwendig. Eine Split-Klimaanlage lohnt sich vor allem dann, wenn einzelne Räume besonders stark gekühlt werden sollen oder dauerhaft sehr niedrige Raumtemperaturen gewünscht sind.
Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe mit Kühlfunktion
Die Kühlfunktion einer Wärmepumpe bietet viele Vorteile, ersetzt jedoch nicht in jedem Fall eine klassische Klimaanlage. Ob sich die Kühlung lohnt, hängt vor allem von der Wärmepumpe, dem Heizsystem und den individuellen Komfortansprüchen ab.
Vorteile | Nachteile |
|---|---|
✅ Heizen und Kühlen mit nur einem System | ❌ Nicht jede Wärmepumpe verfügt über eine Kühlfunktion |
✅ Niedrige Betriebskosten im Kühlbetrieb | ❌ Mit klassischen Heizkörpern kaum sinnvoll |
✅ Besonders effizient bei passiver Kühlung | ❌ Passive Kühlung nur mit Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen möglich |
✅ Gleichmäßige Kühlung ohne Zugluft | ❌ Temperaturabsenkung meist nur um 2–5 °C |
✅ Keine zusätzliche Klimaanlage erforderlich | ❌ Aktive Kühlung benötigt zusätzlichen Strom |
✅ Sehr leiser Betrieb | ❌ Gefahr von Kondenswasser ohne Taupunktregelung |
✅ Hoher Wohnkomfort mit Flächenheizungen | ❌ Nachrüstung der Kühlfunktion kann zusätzliche Kosten verursachen |
Voraussetzungen für die Kühlfunktion
Damit eine Wärmepumpe im Sommer zuverlässig kühlen kann, müssen einige technische Voraussetzungen erfüllt sein. Entscheidend sind nicht nur der Wärmepumpentyp, sondern auch das Heizsystem und die Regelungstechnik des Gebäudes.
Kühlfunktion der Wärmepumpe: Nicht jedes Modell unterstützt den Kühlbetrieb. Viele moderne Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen verfügen jedoch bereits serienmäßig oder optional über diese Funktion.
Geeignetes Wärmeverteilsystem: Für eine effiziente Kühlung eignen sich vor allem Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen. Klassische Heizkörper können aufgrund ihrer kleinen Oberfläche nur sehr eingeschränkt zum Kühlen genutzt werden.
Taupunktüberwachung: Moderne Wärmepumpen überwachen den sogenannten Taupunkt. Dadurch wird verhindert, dass die Vorlauftemperatur zu stark abgesenkt wird und sich Kondenswasser auf dem Boden oder an den Leitungen bildet.
Passende Regelungstechnik: Die Wärmepumpe muss den Wechsel zwischen Heiz- und Kühlbetrieb automatisch steuern können. Viele Hersteller bieten hierfür spezielle Kühlmodule oder Softwarefunktionen an.
Ausreichende Gebäudedämmung: Gut gedämmte Gebäude profitieren besonders von der Kühlfunktion, da weniger Wärme von außen eindringt und die gewünschte Raumtemperatur länger erhalten bleibt.
Fazit: Die besten Voraussetzungen für das Kühlen mit einer Wärmepumpe bieten moderne Gebäude mit Flächenheizung und einer Wärmepumpe, die bereits für den Kühlbetrieb ausgelegt ist. Vor einer Nachrüstung sollte geprüft werden, ob das vorhandene System alle technischen Anforderungen erfüllt.
Häufige Fehler beim Kühlen
Die Kühlfunktion einer Wärmepumpe arbeitet nur dann effizient, wenn sie richtig eingestellt und genutzt wird. In der Praxis treten jedoch immer wieder typische Fehler auf, die den Kühlkomfort reduzieren oder den Stromverbrauch unnötig erhöhen.
Vorlauftemperatur zu niedrig einstellen: Eine zu niedrige Vorlauftemperatur erhöht das Risiko von Kondenswasser auf Böden oder Leitungen. Moderne Wärmepumpen verhindern dies zwar über eine Taupunktüberwachung, dennoch sollte die Kühltemperatur nicht unnötig niedrig gewählt werden.
Klassische Heizkörper zum Kühlen nutzen: Herkömmliche Heizkörper besitzen eine zu kleine Oberfläche, um Räume effektiv zu kühlen. Für einen spürbaren Kühleffekt eignen sich Fußboden-, Wand- oder Deckenkühlungen deutlich besser.
Fenster und Türen geöffnet lassen: Während des Kühlbetriebs gelangt ständig warme Außenluft ins Gebäude. Dadurch muss die Wärmepumpe mehr arbeiten und der Stromverbrauch steigt.
Sonnenschutz vernachlässigen: Außenliegende Rollläden, Raffstores oder Markisen reduzieren den Wärmeeintrag erheblich. Ohne ausreichenden Sonnenschutz muss die Wärmepumpe deutlich mehr Kühlleistung bereitstellen.
Zu hohe Erwartungen an die Kühlleistung: Eine Wärmepumpe ersetzt keine leistungsstarke Klimaanlage. Ziel ist eine angenehme Temperierung des Gebäudes und keine Raumtemperatur von 18 °C an heißen Sommertagen.
Kühlfunktion dauerhaft auf höchster Stufe betreiben: Eine gleichmäßige Temperierung über den Tag hinweg arbeitet meist effizienter als ein starkes Herunterkühlen einzelner Räume.
Tipp: Die besten Ergebnisse erzielen Wärmepumpen in Kombination mit einer Flächenheizung, gutem Sonnenschutz und einer automatischen Regelung der Kühlfunktion. Dadurch bleibt das Gebäude auch an heißen Sommertagen angenehm temperiert, ohne unnötig viel Strom zu verbrauchen.
Lohnt sich das Kühlen mit einer Wärmepumpe?
Für viele Hausbesitzer lautet die Antwort: Ja. Wer bereits eine moderne Wärmepumpe besitzt, kann sein Zuhause im Sommer mit vergleichsweise geringem Stromverbrauch angenehm temperieren und spart sich häufig die Anschaffung einer separaten Klimaanlage. Besonders in Zeiten immer häufiger auftretender Hitzewellen gewinnt die Kühlfunktion zunehmend an Bedeutung.
Das Kühlen mit einer Wärmepumpe lohnt sich insbesondere, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
Eine Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung ist vorhanden
Sie wohnen in einem Neubau oder gut gedämmten Gebäude
Es ist eine Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe installiert
Sie leben in einer Region mit regelmäßigen Hitzewellen
Ihre Wärmepumpe verfügt bereits über eine aktive oder passive Kühlfunktion
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