Erdwärmepumpe Kosten 2026: Preise mit Bohrung, Förderung & Wirtschaftlichkeit
Erdwärmepumpe Kosten 2026: Preise mit Bohrung, Förderung & Wirtschaftlichkeit

Arian Elezkurtaj
Stand:
Eine Erdwärmepumpe gilt als die effizienteste, aber auch investitionsintensivste Wärmepumpenart. Durch die Nutzung der ganzjährig relativ konstanten Temperaturen im Erdreich erreicht sie häufig höhere Jahresarbeitszahlen (JAZ) und niedrigere Betriebskosten als andere Wärmepumpensysteme. Dafür sind jedoch zusätzliche Kosten für Bohrungen, Erdsonden und Genehmigungen erforderlich.
Zusammenfassung
Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe liegen meist etwa bei 37.400 bis 52.500 €.
Mit Förderung reduzieren sich die Investitionskosten häufig auf etwa 16.400 bis 43.500 €.
Für Bohrung und Erdsonden fallen meist etwa 50 bis 100 € pro Bohrmeter an.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt häufig zwischen 3,5 und 5.
Die Stromkosten liegen meist bei etwa 250 bis 2.000 € pro Jahr.
Die Amortisationszeit beträgt häufig etwa 12,9 Jahre.
Inhaltsverzeichnis
Was kostet eine Erdwärmepumpe 2026?
Der Preis einer Erdwärmepumpe mit Bohrung und Einbau liegt im Jahr 2026 zwischen 37.400 und 52.500 Euro. Mit staatlicher Förderung sinken die tatsächlichen Investitionskosten auf etwa 16.400 bis 43.500 Euro. Die höheren Anfangskosten amortisieren sich durch niedrigere Betriebskosten innerhalb von 12–13 Jahren.
Wie setzen sich die Kosten einer Erdwärmepumpe zusammen?
Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe setzen sich aus dem Gerät, den Erdsonden, der Bohrung, der Installation sowie möglichen Genehmigungs- und Nebenkosten zusammen. Durch die hohe Effizienz fallen die Betriebskosten häufig niedriger aus als bei anderen Heizsystemen.
Gerätekosten
Die reinen Gerätekosten einer Erdwärmepumpe liegen meist zwischen etwa 12.000 und 21.000 €. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vor allem von der benötigten Heizleistung und dem jeweiligen Hersteller ab. Leistungsstärkere Anlagen für größere Häuser sind in der Regel teurer als kleinere Modelle für Gebäude mit geringerer Heizlast.
Kosten für Bohrung und Erdsonden
Die Kosten für Bohrung und Erdwärmesonden machen einen großen Teil der Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe aus. Für die Bohrung fallen je nach Region, Bodenbeschaffenheit und Bohrunternehmen meist etwa 50 bis 100 € pro Meter an. Die typische Bohrtiefe liegt häufig zwischen 70 und 120 Metern, wobei in vielen Fällen eine oder zwei Erdsonden benötigt werden.
Bei einer einzelnen Sonde mit 70 Metern Tiefe entstehen beispielsweise Bohrkosten von etwa 3.500 €. Werden zwei Erdsonden mit jeweils 120 Metern benötigt, können die Bohrkosten auf rund 24.000 € steigen. Zusätzlich fallen häufig Genehmigungskosten von etwa 250 bis 800 € für behördliche Gebühren und mögliche Gutachterleistungen an.
Insgesamt liegen die Kosten für Bohrung und Erdsonden daher häufig zwischen etwa 3.750 und 24.800 €. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vor allem von der Bodenbeschaffenheit, der erforderlichen Bohrtiefe und der Anzahl der benötigten Erdsonden ab.
Kosten für Installation & Hydraulik
Die Kosten für Installation und Hydraulik liegen bei einer Erdwärmepumpe meist zwischen etwa 7.500 und 15.000 €. Darin enthalten sind unter anderem die Montage der Wärmepumpe, die Einbindung in das bestehende Heizsystem sowie notwendige Arbeiten an der Hydraulik und Elektrik. Zusätzlich können Kosten für einen Pufferspeicher von etwa 1.000 bis 4.500 € sowie für ein Fundament von etwa 1.000 bis 2.500 € anfallen. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vor allem vom Installationsaufwand und den Anforderungen des Gebäudes ab.

Warum ist eine Erdwärmepumpe teurer als eine Luft-Wärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe ist teurer als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, da zusätzlich Erdarbeiten, Bohrungen und Genehmigungen erforderlich sind. Je nach Grundstück müssen eine oder mehrere Erdsonden in großer Tiefe installiert werden, was einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmacht. Dafür arbeitet eine Erdwärmepumpe in der Regel effizienter und erreichen somit einer höhere JAZ (Jahresarbeitszahl), da die Temperaturen im Erdreich das ganze Jahr über relativ konstant bleiben.
System | Investition | Betriebskosten | Effizienz |
|---|---|---|---|
Luft-Wasser | 22.100–30.800€ | 500–4.000€ | 2,5–4 |
Erd-Wärmepumpe | 37.400–52.500€ | 400–2.300€ | 3,5–5 |
Hier gehts zu unserem umfangreichen Kosten Beitrag: Wärmepumpe Kosten 2026
Was kostet eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
Die Kosten einer Erdwärmepumpe hängen vor allem von der Wohnfläche, der benötigten Heizleistung sowie dem Aufwand für Bohrung und Installation ab. Die folgenden Beispiele zeigen typische Kostenbereiche für Einfamilienhäuser unterschiedlicher Größe.
120 qm Beispiel
Für ein Einfamilienhaus mit 120 qm Wohnfläche kosten Erdwärmepumpen mit Bohrung und Einbau meist etwa 40.000 bis 47.000 €. Die tatsächlichen Kosten hängen vor allem von der benötigten Heizleistung, der Bohrtiefe, der Anzahl der Erdsonden und den örtlichen Bodenverhältnissen ab.
150 qm Beispiel
Für ein Einfamilienhaus mit 150 qm Wohnfläche liegen die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe inklusive Bohrung und Einbau häufig bei etwa 44.000 bis 50.000 €. Durch die staatliche Förderung können die tatsächlichen Investitionskosten jedoch deutlich reduziert werden.
Hier eine kurze Beispielrechnung für den Eigenanteil bei einer Förderung von 55 %:
Gesamtpreis × Förderhöhe = theoretischer Förderbetrag
48.000 € × 55 % = 26.400 €
Da die Förderhöchstgrenze bei 21.000 € liegt, werden nicht die vollen 26.400 € ausgezahlt. Der Zuschuss wird stattdessen auf 21.000 € begrenzt.
Gesamtpreis − Förderbetrag = Eigenanteil
48.000 € − 21.000 € = 27.000 €
Der Eigenanteil liegt in diesem Beispiel somit bei 27.000 €.
200 qm Beispiel
Bei einer Wohnfläche von 200 qm kostet eine Erdwärmepumpe inklusive Bohrung und Einbau häufig etwa 48.000 bis 52.500 €. Eine Wärmepumpenanlage mit einer höheren Heizleistung ist in der Regel teurer, da häufig größere oder zusätzliche Erdsonden sowie leistungsstärkere Komponenten benötigt werden.
Betriebskosten einer Erdwärmepumpe
Die Betriebskosten einer Erdwärmepumpe setzen sich hauptsächlich aus den Stromkosten und den Wartungskosten zusammen. Durch die hohe Effizienz und die meist hohe Jahresarbeitszahl (JAZ) fallen die Stromkosten häufig niedriger aus als bei vielen anderen Heizsystemen. Insgesamt liegen die jährlichen Betriebskosten einer Erdwärmepumpe meist zwischen etwa 400 und 2.800 €.
Stromverbrauch berechnen
Die Stromkosten einer Erdwärmepumpe betragen 250–2.000 € und sind abhängig von dem Zustand des Gebäudes. Bei Neubauten sind die Stromkosten durch die verbesserte Dämmung um ein vielfaches geringer als in einem Altbau.
Formel: Heizwärmebedarf / JAZ = Stromverbrauch
Beispiel für ein Haus mit einem Heizbedarf von 18.000 kWh:
18.000 kWh / 3,5 = 5.142 kWh
→ Stromkosten bei 0,24 € → 1.234 € (JAZ 3,5)
18.000 kWh / 5 = 3.600 kWh
→ Stromkosten bei 0,24 € → 864 € (JAZ 5)
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Wartungskosten
Die Wartungskosten einer Erdwärmepumpe liegen meist bei etwa 150 bis 300 € pro Jahr. Im Vergleich zu vielen Öl- oder Gasheizungen sind die Wartungsanforderungen meist geringer, da keine Verbrennung stattfindet. Eine regelmäßige Wartung trägt dazu bei, die Effizienz der Anlage zu erhalten und die Lebensdauer der Erdwärmepumpe zu verlängern.
Zu den typischen Wartungsarbeiten gehören:
Kontrolle der Wärmepumpe und Regelungstechnik
Überprüfung von Sensoren und Temperaturfühlern
Prüfung der Umwälzpumpen
Kontrolle des Solekreislaufs und des Drucks der Erdsondenanlage
Sichtprüfung von Leitungen, Ventilen und Anschlüssen
Funktionsprüfung der Sicherheits- und Steuerungstechnik
Reinigung von Filtern und Schmutzfängern
Wie stark senkt die Förderung die Kosten?
Die Förderung kann die Kosten einer Wärmepumpe deutlich reduzieren. Die Grundförderung liegt aktuell bei 30 %. Zusätzlich sind weitere Boni möglich. Dazu gehören der Klima Bonus mit 20 % beim Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung, der Einkommensbonus mit 30 % für Haushalte mit geringerem Einkommen sowie der Effizienzbonus mit 5 % für besonders effiziente Wärmepumpen.
Auch mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kann ein zusätzlicher Bonus von 5 % erreicht werden. Insgesamt sind dadurch Förderungen von bis zu 70 % möglich. Der maximale Zuschuss ist allerdings auf 21.000 € begrenzt.
Welche Förderungen aktuell zur Verfügung stehen erfahren Sie hier: Förderung Wärmepumpe 2026
Wann amortisiert sich eine Erdwärmepumpe?
Im folgenden Beispiel gehen wir von einem Altbau mit einem Energiebedarf von 18.000 kWh aus.
Annahmen:
Energiebedarf: 18.000 kWh
Kosten der Sole-Wärmepumpe: 38.000 € (Gesamtkosten inkl. Bohrungen, Installation und Inbetriebnahme)
JAZ: 5
Förderung: 55%
Wärmepumpenstromtarif: 0,24 € pro kWh
Betriebskosten Wärmepumpe: 864 € pro Jahr
Heizkosten Gasheizung: 2.520 € pro Jahr bei einem Gaspreis von 14 cent/kWh
Förderung:
38.000 € x 55 % = 24.750 €
Bei der Förderung, werden nur die maximalen förderfähigen Kosten von 30.000 € berücksichtig.
30.000 € (max höhe) x 55% =16.500 €
Die Fördersumme betragt daher 16.500 €.
Eigenanteil:
38.000 € - 16.500 € = 21.500 €
Jährliche Ersparnis:
Die jährliche Ersparnis ergibt sich aus der Differenz zwischen den bisherigen Heizkosten der Gasheizung und den Betriebskosten der Wärmepumpe. Wie hoch die Einsparung tatsächlich ausfällt, hängt vor allem von der Effizienz der Wärmepumpe, dem Dämmstandard und dem Strompreis ab.
2.520 € − 864 € = 1.656 € Ersparnis pro Jahr
Amortisation:
Eigenanteil ÷ jährliche Erstparnis
21.500 € ÷ 1.656 = 12,9 Jahre
Die Amortisation einer Wärmepumpe liegt in diese Beispiel bei etwa 12,9 Jahren.

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Voraussetzungen für eine Erdwärmepumpe
Für eine Erdwärmepumpe müssen einige technische und rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Wichtig ist vor allem, dass das Grundstück ausreichend Platz für die Erdsonden oder Flächenkollektoren bietet. Für die Bohrung und Installation einer Erdwärmepumpe ist oft eine Genehmigung erforderlich. Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine wichtige Rolle, da sie Einfluss auf die Bohrtiefe, die Kosten und die Effizienz der Anlage hat. Darüber hinaus müssen bei der Planung bestimmte Mindestabstände zu Nachbargrundstücken und anderen Bauwerken eingehalten werden.
Braucht man eine Genehmigung für eine Erdwärmepumpe?
Ja, für eine Erdwärmepumpe ist in vielen Fällen eine Genehmigung erforderlich. Besonders bei Erdsondenbohrungen müssen die Vorgaben der zuständigen Wasser- oder Umweltbehörde beachtet werden. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Bundesland und teilweise sogar von Landkreis zu Landkreis. In Wasserschutzgebieten gelten häufig strengere Regeln oder Bohrungen sind nur eingeschränkt möglich. Deshalb sollte vor der Planung immer geprüft werden, welche Genehmigungen und Auflagen am jeweiligen Standort gelten.
Ja, für eine Erdwärmepumpe ist in vielen Fällen eine Genehmigung erforderlich. Besonders bei Erdsondenbohrungen müssen die Vorgaben der zuständigen Wasser- oder Umweltbehörde beachtet werden. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Bundesland und teilweise sogar von Landkreis zu Landkreis.
In Wasserschutzgebieten gelten häufig strengere Regelungen oder Bohrungen sind nur eingeschränkt möglich. Während Erdsondenbohrungen in Bundesländern wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Hessen grundsätzlich häufig genehmigungsfähig sind, gelten in Bayern, Baden-Württemberg und einigen Wasserschutzgebieten teilweise strengere Auflagen. Dort können zusätzliche Gutachten, Nachweise oder spezielle Genehmigungsverfahren erforderlich sein.
Für Flächenkollektoren sind die Anforderungen meist geringer als für tiefe Erdsondenbohrungen. Da die Vorgaben regional unterschiedlich ausfallen, sollte vor der Planung immer bei der zuständigen Wasserbehörde geprüft werden, welche Genehmigungen und Auflagen am jeweiligen Standort gelten.
Lohnt sich eine Erdwärmepumpe wirklich?
Eine Erdwärmepumpe lohnt sich vor allem für Hausbesitzer, die langfristig in ihrer Immobilie bleiben möchten und Wert auf eine möglichst hohe Effizienz legen. Besonders im Neubau oder in gut gedämmten Altbauten können die niedrigen Betriebskosten die höheren Investitionskosten über die Jahre ausgleichen.
Weniger geeignet ist eine Erdwärmepumpe dagegen bei sehr kleinen Grundstücken, schwierigen Grundwasserverhältnissen oder wenn die Immobilie nur für einen kurzen Zeitraum genutzt werden soll. In diesen Fällen kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe häufig die wirtschaftlichere Lösung sein.
Erdwärmepumpe im Altbau – lohnt sich das?
Auch im Altbau kann sich eine Erdwärmepumpe lohnen, allerdings sollte die Heizlast des Gebäudes genau geprüft werden. Bei einer hohen Heizlast von mehr als 10 kW steigen sowohl die Investitionskosten als auch die Anforderungen an die Anlage, wodurch die Wirtschaftlichkeit anders bewertet werden muss. Besonders sinnvoll ist eine Erdwärmepumpe daher häufig in Kombination mit Dämmmaßnahmen, da sich dadurch die benötigte Heizleistung und die laufenden Betriebskosten deutlich reduzieren lassen.
Hier Sie mehr zu den Kosten einer Wärmepumpe im Altbau: Wärmepumpe Altbau Kosten
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Arian Elezkurtaj
AUTOR
Arian ist Chefredakteur mit Fokus auf erneuerbare Energien und bereitet dank technischem Fachwissen und Medienkompetenz komplexe Themen verständlich und praxisnah für Hausbesitzer auf.













